Hilfsmittel im Hundetraining: Teil 2:        DIE LEINE

Hilfsmittel im Hundetraining: Teil 2: DIE LEINE

Hilfsmitteleinsatz:  Die Leine
Führ- und Schleppleine

Für uns ist der Einsatz von Halsband und Leine im Alltag Normalität.
Wir besitzen sie in verschiedenen Längen und Materialen, die Farbe wird sogar bei so manchem stimmig zum eigenem Outfit des Tages angepasst. Doch haben wir uns mal bewusst über den Einsatz, die kommunikative Wirkung unserem Hund gegenüber sowie über das Handling Gedanken gemacht?

Lass uns nun aus einem unbewussten Einsatz eine überlegte Handlung werden lassen.
Wir fragen Dich einleitend gleich direkt:

Wo ist der Unterschied – im Umgang mit der Führ- oder Schleppleine?
Sind die gewünschten und unerwünschten Verhaltensweisen nicht die Gleichen?

Wir möchten Dir im zweiten Teil unserer Blog-Reihe „Hilfsmittel im Hundetraining“ hierzu einige Denkanstöße mitgeben.

 

Einsatzoptionen Leine und Schleppleine:

a) Eine Leine gibt Sicherheit und gehört auch zur öffentlichen Ordnung:

Mit dem Einsatz einer Leine hast Du einen handfesten Kontakt zu Deinem Hund.
So kannst Du ihn vor Schaden bewahren z.B. im Verkehrsgeschehen, das für Deinen Hund abstrakt und nicht nachvollziehbar ist.

b) Du hast Angst, dass die (Ver-)Bindung zu Deinem Hund den Ablenkungen des Alltags (noch) nicht widersteht?

Eine Leine hilft Dir Deinen Hund zu „binden“ und zu führen, auch im Gelände unterstützt sie Dich optimal: Sie verhindert u.a. dass Dein Hund durchstarten kann – egal ob es sich um eine Begegnung oder Wildkontakt handelt.

c) Du willst Struktur und Kontrolle in Deine Rudelausflüge bringen?

Je nach Länge der Leine kannst Du den Bewegungsradius eingrenzen, somit sind Deine Leinen Bestandteile Deiner Laufordnung. Ob im Training für „bei Fuß“ oder beim Definieren von Abständen, etwa für angedachten Freilauf: die Leine ist eine super Unterstützung.

 

Gedanken zum Einsatz einer Leine/Schleppleine:

Zuerst macht Dir klar was Du mit dem Einsatz einer Leine bezwecken willst:

1. Vorbereitung für Bindung und Gehorsam ohne Leine?

Wenn Du Freifolge und Freilauf im Sinne hast, dann solltest Du euer Training über Kommunikation aufbauen und nicht über einen aktiven Leineneinsatz: ziehen, den Hund mitziehen, den Hund rein laufen lassen, rucken usw. Bedenke, dass ohne Leine, also im Freilauf später dies alles ja weg fällt. Dein Trainingskonzept sollte idealer Weise nur im Notfall auf die Leine zurückgreifen und sich auf gegenseitige Achtsamkeit, körpersprachliche Kommunikation/Raumverwaltung und gezieltes Konditionierungstraining stützen.


2. Kontrolle in Momenten, wo der Hund nicht frei – also ohne Leine – sein wird, also gezieltes Lernen der Leine?

Ist das der Fall, darf der Leineneinsatz mit rein ins Lernbild, mach Dir aber bewusst, dass der Hund nun die Leine bewusst mit abspeichert. Fällt diese irgendwann weg passt sein Lernbild nicht mehr und er wird sein Verhalten ändern.

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Diese Gegebenheit, dass der Hund in Bildern lernt, also dass er die Leine konkret mitlernt führt zu Erschwernissen auf dem Weg zum Freilauf. Dazu kommt, dass viele Hundebesitzer die Leine die Arbeit machen lassen, statt selbst direkt und persönlich zu kommunizieren.
So wird die Leine betont statt die Beziehung zum Besitzer gefördert und gefestigt.

Nicht die Leine soll im Mittelpunkt stehen sondern abgestimmte Kommunikation. Nicht die Leine soll für Funktionieren sorgen, sondern eine geklärte Rollenverteilung sowie geklärte Zuständigkeiten.

Einen Hund mit der Leine (und möglichem Einsatz von Muskelkraft) von a nach b zu bringen hat nichts mit einer intakte Beziehung zu tun, in der man auf gegenseitigem Vertrauen basierend die Tücken des Alltags meistert.

Dieser Spruch ist sehr treffend für das Miteinander Gehen, egal ob mit Leine oder ohne:

Dein Hund soll auf Dich achten und immer wissen wo Du bist
und gedanklich Verbindung halten?

Sei ein Vorbild und gehe in Vorleistung:

  • Sei achtsam
  • wisse immer wo er ist
  • achte darauf, wie es ihm geht und woran er denkt

Lock Dich nicht aus dem System aus indem du Deine Gedanken abschweifen lässt, du telefonierst oder ähnliches…


Der Hund soll nicht an der Leine ziehen?
Sei ein Vorbild und lade ein und dirigiere statt ihn mitzuziehen.

Der Hund soll nicht in die Leine rennen?
Sei achtsam und lese seine Körpersprache – passt Dein Timing kannst Du dies verhindern

Dein Hund soll lernen sich an dir zu orientieren und deine Vorgaben einzuhalten?
Bekomme Bewusstsein für Deine Präsenz und optimiere eure Kommunikation.

 

Die Leine ist und bleibt nur ein HILFSMITTEL, prüfe ob und wann Du abhängig bist vom Einsatz einer Leine.
Halte inne und besinne Dich:   Bringt euch das als Team weiter?


SYSDOG hat ein umfassendes Konzept entwickelt in der Du die Verbindung zu Deinem Hund verstehen und verbessern kannst, sowohl auf konditionierter Kommandoebene wie auch nonverbal körpersprachlich. Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, Dirigieren, Führen und Folgen werden im Umgang mit Führ- und Schleppleine unterrichtet. Informiere Dich über diese Punkte und lasse sie in die gemeinsame Beziehung mit Deinem Hund einfließen. Gerne helfen wir Dir beim Erstellen einer Übersicht Deiner individuellen Laufordnung mit all ihren Varianten und Ansprüchen.

 

In der kommenden Woche informieren wir Dich über das Hilfsmittel „Einsatz des Clickers“.
Bis dahin wünschen wir Dir einen bewussteren Einsatz mit dem Hilfsmittel Leine.

Dein Team SYSDOG
Sabine & Simone

 

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