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Junghunde sind ein bisschen wie Azubis

…sie lernen noch fürs Leben.

Nur weil ein Hund etwas schon einmal geschafft hat, bedeutet das nicht, dass es jederzeit und in jeder Situation zuverlässig funktioniert. Gerade im Junghundealter gibt es Phasen, in denen plötzlich vieles wieder schwieriger erscheint.

Deshalb sollten wir nicht zu schnell zu viel verlangen. Entwicklung braucht Zeit, Geduld und Wiederholungen. Was heute gut klappt, kann morgen wieder eine Herausforderung sein – und das ist völlig normal.

Ein Fehler, den viele Junghundbesitzer machen:
Der Hund entwickelt sich körperlich plötzlich rasant, wird größer, kräftiger und sieht immer mehr wie ein erwachsener Hund aus. Und ganz automatisch wird dann auch erwartet, dass er sich entsprechend verhält.

Aber erwachsen aussehen bedeutet noch lange nicht, erwachsen zu sein.

Nur weil aus dem kleinen Welpen inzwischen ein stattlicher Junghund geworden ist, sind seine Erfahrungen, seine Impulskontrolle und sein Verständnis von der Welt nicht plötzlich mitgewachsen.

Bei einem kleinen Kind würden wir schließlich auch nicht sagen: „Du bist jetzt so groß, du musst das ab heute alleine können.“
Ein Kind braucht weiterhin Erwachsene, die ihm Orientierung geben, Regeln und Grenzen aufzeigen, Situationen erklären und es Schritt für Schritt dabei unterstützen, die Welt zu verstehen.

Bei einem Junghund ist es nicht anders.

Auch er braucht weiterhin klare Vorgaben, Unterstützung und jemanden, der ihm erklärt, wie das Leben funktioniert. Er braucht nicht weniger Begleitung, nur weil er größer geworden ist – sondern die richtige Begleitung für seinen aktuellen Entwicklungsstand.

Wie bei einem Azubi geht es darum, weiterhin anzuleiten, zu unterstützen und Sicherheit zu geben. Schritt für Schritt darf der Junghund mehr Verantwortung übernehmen, ohne dabei mit Erwartungen überfordert zu werden.

Begleiten statt überfordern.
Unterstützen statt „laufen lassen“.
Vertrauen statt Perfektion erwarten.

Denn am Ende wächst ein sicherer, zuverlässiger Hund nicht durch möglichst viele Anforderungen – sondern durch gute Begleitung, Geduld und faire Unterstützung.

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